Wasserstoff für die Industriestandorte der Region?

Das geplante deutsche Wasserstoff-Kernnetz wird durch den Heidekreis verlaufen. Das Deltaland plant eine Machbarkeitsstudie für den Raum Walsrode-Bad Fallingbostel.

Übergabe der Stellungnahme zum Thema Wasserstoff-Kernnetz an Dr. Dagmar Linse vom MW Niedersachsen (v.l.n.r.: Tom Wetzel/GF Wipak Walsrode, Marco Großstück/Standortleiter von Dow in Bomlitz, Dr. Dagmar Linse/MW Nds., Michael Krohn/GF Wifö Deltaland, Andreas Willer/Technischer Leiter bei Viskase).
Übergabe der Stellungnahme zum Thema Wasserstoff-Kernnetz (v.l.n.r.: Tom Wetzel/GF Wipak Walsrode, Marco Großstück/Standortleiter von Dow in Bomlitz, Dr. Dagmar Linse/MW Nds., Michael Krohn/GF Wifö Deltaland, Andreas Willer/Techn. Leiter bei Viskase)...

Der FNB Gas e.V., der Zusammenschluss der überregionalen Gastransportunternehmen in Deutschland, hat am 15. November 2023 der Bundesnetzagentur sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz den Antragsentwurf für das geplante deutsche Wasserstoff-Kernnetz übergeben. Dabei geht es um ein rund 9.700 km umfassendes nationales Leitungsnetz für Wasserstoff, wobei es sich zu etwa 60% um umzustellende Erdgasleitungen und zu etwa 40% um Neubautrassen handelt. Der Blick auf die Landkarte der Kernnetzplanungen zeigt, dass aller Voraussicht nach auch der südliche Heidekreis und damit die Wirtschaftsregion Deltaland vom künftigen deutschen Wasserstoffnetz durchquert werden wird. Kommend aus dem Landkreis Verden, verläuft der hiesige Abschnitt durch das westliche Stadtgebiet von Walsrode, unterquert zwischen dem A27park und Kirchboitzen die B209, erstreckt sich weiter direkt durch das Hodenhagener Gewerbegebiet Nord und verschwenkt dann nach Südosten in Richtung Peine-Salzgitter.

Somit verläuft das künftige nationale Wasserstoffkernnetz in nur rund 12km Luftlinie Entfernung zur größten Industrieagglomeration im Heidekreis, nämlich zum Schwerpunktraum rund um den Industriepark Walsrode in Bomlitz (Cellulosechemie/Kunststoff) und den Lebensmittelindustriestandort Bad Fallingbostel. Zusammengenommen bringen es allein die großindustriellen Abnehmer in der Vogelparkregion auf einen Erdgasverbauch von etwa 650.000 MW/h jährlich. Grund genug für die regionalen Akteure sich mit der Frage zu befassen, welche klimafreundlichen energetischen Möglichkeiten sich in Zukunft dem Industriestandort bieten könnten.

Vor diesem Hintergrund nutzten einige Vertreter der regionalen Industrie am vergangenen Freitag die Gelegenheit, in Bomlitz eine lokale Stellungnahme zum künftigen deutschen Wasserstoffnetz an Frau Dr. Dagmar Linse, im niedersächsischen Wirtschaftsministerium zuständig für die großen Chemiestandorte im Land, zu überreichen. Darin macht der Industriestandort Walsrode-Bad Fallingbostel das Land und die Gasnetzbetreiber auf seine geographische Nähe zum künftigen deutschen Wasserstoff-Netz aufmerksam und signalisiert, dass er sich im kommenden Jahr im Zuge einer Machbarkeitsstudie mit der Zweckmäßigkeit und eventuellen Möglichkeit einer direkten Anbindung - beispielsweise über eine lokale Stich- oder Ringleitung - befassen wird. Hierzu wird die Wirtschaftsförderung Deltaland Anfang des Jahres eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der regionalen Industrie aufsetzen, um den weiteren Prozess praxis- und bedarfsgerecht zu begleiten.

Lesen Sie dazu auch gerne die Pressemeldung auf unserer Homepage vom 17.11.2023 Der nächste große Schritt zum Wasserstoff-Kernnetz.

 

 

 

 Montag, 04. Dezember 2023  10:52 [80 days]