LEADER fördert gemeinsames Projekt der Vogelpark-Region und des Aller-Leine-Tals
Ende 2024 hat die Bundesnetzagentur entschieden, wie das Wasserstoffkernnetz in Deutschland aussehen soll. Die entsprechenden Pläne der großen Gasnetzbetreiber wurden genehmigt. Eine bestehende Erdgasleitung, die durch die Stadt Walsrode sowie die Samtgemeinden Ahlden und Schwarmstedt im Süden des Heidekreises führt, soll ab dem Jahr 2029 für den Transport von Wasserstoff genutzt werden (Projekt Hyperlink 2).
Außerdem ist ein noch leistungsfähigerer Leitungsneubau angedacht, der im Realisierungsfalle großräumig von West nach Ost verlaufen würde (Projekt Hyperlink 6). Eine genaue Trassenführung hierfür gibt es noch nicht, die Leitung soll aber, falls sie gebaut wird, auch durch den südlichen Heidekreis führen.
Grund genug für die heimische Wirtschaft und die Verwaltungsspitzen darüber nachzudenken, inwieweit die Region von den Chancen der Wasserstoffwirtschaft und der erneuerbaren Energien infrastrukturell und wirtschaftlich profitieren kann, sowohl durch die Ausspeisung, ggf. aber auch durch die Erzeugung von grünem Wasserstoff.
Nicht zuletzt im Interesse der energieintensiven Firmen im Industriepark Walsrode in Bomlitz, der Lebensmittelindustrie in Bad Fallingbostel sowie größerer Verbraucher im Aller-Leine-Tal gilt es zu prüfen, ob und wie ein Anschluss an das Wasserstoffkernnetz hergestellt werden kann. Das Gewerbegebiet Nord in Hodenhagen wird sogar direkt von der umzustellenden Leitung (Hyperlink 2) durchquert.
Aber auch über die Wasserstoff-Thematik hinaus ist es für die beteiligten Kommunen und die hiesige Wirtschaft von Interesse auszuloten, welche Chancen sich angesichts des kontinuierlichen Zubaus von erneuerbaren Energien in den Bereichen Sektorkopplung, regionale Wertschöpfung und Dekarbonisierung ergeben können. Dies betrifft auch die Frage, inwieweit bestehende und künftige Industrie- bzw. Gewerbegebiete CO2-neutral mit Energie versorgt werden können, und welcher infrastrukturellen Voraussetzungen es dafür bedarf.
Um sich diesen Aspekten zu widmen, und um die gemeinsame Wirtschaftsregion in energetischer Hinsicht einmal aus neutraler, externer Fachperspektive betrachten zu lassen, haben sich die Städte Walsrode und Bad Fallingbostel sowie die Samtgemeinden Ahlden, Rethem (Aller) und Schwarmstedt in einem Kooperationsprojekt der beiden LEADER-Regionen „Vogelpark“ und „Aller-Leine-Tal“ zusammengetan. Durch diese Gemeinschaftsinitiative konnte eine LEADER-Förderung in Höhe von rund 160.000 € eingeworben werden. Auf Basis einer daraufhin durch die Samtgemeinde Ahlden als Auftraggeber erfolgten Ausschreibung, an der sich sechs Fachbüros beteiligt haben, wurde im Juli die InfraRes GmbH aus Leipzig als federführendes Büro ausgewählt. Sie wird in den kommenden rund 12 Monaten unter Mitwirkung ihres Partners, der Tilia GmbH (ebenfalls Leipzig), eine „Energiesystemstudie für die Wirtschaftsregion Deltaland unter besonderer Berücksichtigung der Lage am geplanten nationalen Wasserstoffkernnetz und von Fragen der Sektorkopplung“ erstellen.
Das Projekt besteht aus mehreren Arbeitspaketen, in denen sowohl für die drei Samtgemeinden des Aller-Leine-Tals als auch für die Vogelpark-Region bestehende energetische Potenziale erfasst, analysiert und systemisch bewertet werden sollen. Betrachtet werden Erzeuger- und Abnahmepotenziale in Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft ebenso wie die infrastrukturellen Gegebenheiten.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dann zu Projektideen und konkreten Handlungsempfehlungen verdichtet werden. Begleitet werden die Arbeiten durch einen intensiven Austausch des Gutachterteams mit Kommunalvertretern, Energieversorgern, der Wirtschaftsförderung und der Energieagentur sowie durch Expertengespräche mit regionalen Akteuren aus den Bereichen Wirtschaft, Landwirtschaft und Institutionen.