Vogelparkregion: Machbarkeitsstudie zur Wasserstoffwirtschaft

LEADER-Projekt gestartet/Ingenieurbüro Wenger Engineering aus Ulm erhält Zuschlag

Verteter der regionalen Wirtschaft und Kommunen mit den Projektteam der Fa. Wenger Engineering versammelt um einen Wasserstoff betriebenen Gabelstapler und den Brennstoffzellen-PKW Mirai von Toyota
Verteter der regionalen Wirtschaft und Kommunen mit dem Projektteam der Fa. Wenger Engineering versammelt um einen Wasserstoff betriebenen Gabelstapler und den Brennstoffzellen-PKW Mirai von Toyota

Angesichts der Bedeutung für die Energiewende vergeht kaum ein Tag ohne Meldungen zu den Chancen, die dem Element Wasserstoff auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Zukunft zugeschrieben werden. Für die hiesige Wirtschaftsregion stellt sich die Frage: Wie profitieren unsere Standorte davon? Wie können wir unseren Raum für eine künftige Wasserstoffwirtschaft sinnvoll positionieren? Welche Möglichkeiten haben wir, dabei regional erzeugten klimaneutralen „grünen Wasserstoff“ zu nutzen?

Diesen Leitfragen geht die Wirtschaftsförderung Deltaland nun in einem eigenen Projekt nach und hat dafür eine Steuerungsgruppe mit Vertretern aus regionaler Energie- und Logistikwirtschaft zusammen gestellt, die einen Anforderungskatalog für eine Machbarkeitsstudie erarbeitet hat. Erstellt wird die Studie durch das Ingenieurbüro Wenger Engineering aus Ulm, welches sich in einem jüngst abgeschlossenen Vergabeverfahren durchsetzen konnte. Wenger Engineering verfügt als eines der erfahrensten Wasserstoff-Unternehmen über langjährige Expertise aus (inter-)nationalen Projekten im Bereich der Wasserstoffmobilität und der Entwicklung einer effizienten Wasserstoff-Infrastruktur.

Am heutigen Donnerstag trafen sich Vertreter von regionaler Wirtschaft und Kommunen mit dem Projektteam der Firma Wenger Engineering zu einem Kick-Off-Meeting im Walsroder Rathaus. Dabei wurde die Roadmap für die nächsten Monate festgelegt, wozu unter anderem auch Expertengespräche in der Region und Berechnungen auf Basis der regionalen Erzeugungsleistung an regenerativer Energie zählen. Erste Ergebnisse mit Handlungsempfehlungen sind im zweiten Quartal 2021 zu erwarten.

Im Einzelnen stehen folgende Arbeitspakete auf dem Programm:

  1. H2-Produktion in der Vogelparkregion: Standortanalyse und Marktaktivierung ‚Grüner Wasserstoff‘
    Dabei wird folgenden Leitfragen nachgegangen: Wie und an welchen Standorten kann in der Vogelparkregion eine regionale Erzeugung von grünem Wasserstoff erfolgen? Welcher Voraussetzungen bedarf es dazu? Welche Rolle können die in den nächsten Jahren aus der Förderung fallenden regional vorhandenen Biogasanalgen, Wind- und Solarparks spielen? Welchen Einfluss hat die Nationale Wasserstoffstrategie? Reichen die regionalen erneuerbaren Stromerzeugungskapazitäten aus, um den Strombedarf einer wirtschaftlichen H2-Produktion abzudecken?

  2. H2-Mobilität in der Vogelparkregion: Einsatzmöglichkeiten von grünem Wasserstoff mit Schwerpunkt in der Extra- und Intralogistik
    Leitfragen hierbei: Wo in der Vogelparkregion sollte sinnvollerweise eine H2-Tankinfrastruktur geschaffen werden? Wie kann die sich abzeichnende Entwicklung auf dem Markt für wasserstoffbetriebene LKW und Flurförderzeuge (Gabelstapler, Ameisen etc.) regional nutzbar gemacht werden? Welche Rolle können autobahnnahe Gewerbegebiete dabei spielen?

  3. H2-Industrie in der Vogelparkregion: Nutzungs- und Entwicklungsperspektiven mit Fokus auf den Industriestandort Bomlitz
    Leitfragen: Welche Funktion könnte der Industriestandort Bomlitz in einer künftigen Wasser- stoffwirtschaft übernehmen (Industriepark Walsrode, neuer Energie- und Umweltpark)? Oder sollten auch andere Standorte der Region in Erwägung gezogen werden?

Die Arbeiten sollen als Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse aus den Arbeitspaketen Nr. 1 bis 3 in der Ableitung einer regionalen Handlungsstrategie münden, hinterlegt mit Vorschlägen zur Umsetzung konkreter H2-Infrastruktur- bzw. Ansiedlungsprojekte.

Für die Erstellung der Machbarkeitsstudie hat die Wirtschaftsförderung Deltaland einen LEADER-Zuschuss in Höhe von 50% eingeworben (bis zu 37.500 €), die ihrerseits einen eigenen Finanzierungsanteil stellt. Die Kofinanzierung teilen sich die Kommunen der Vogelparkregion, der Landkreis Heidekreis, die Stadtwerke Böhmetal und die Spedition Kruse.

Im Rahmen des Kick-off-Meetings wurden uns von Herrn Hesse von der Firma Toyota Material Handling ein Gabelstapler sowie der PKW Mirai zur Verfügung gestellt, die mit der Brennstoffzellentechnologie ausgestattet sind und durch Wasserstoff angetrieben werden. Dafür ein herzliches Dankeschön!

 Donnerstag, 10. Dezember 2020  11:36 [194 days]