Gemeinde Bomlitz | Foto: © Dow

Gemeinde Bomlitz


Gemeinde Bomlitz | Foto: © Dow
Gemeinde Bomlitz | Foto: © Dow

Wirtschaftskraft mit industrieller Tradition

Die 7.000 Einwohner zählende Gemeinde Bomlitz liegt zentral im Landkreis Heidekreis und ist mit dem hier ansässigen Industriepark Walsrode einer der großen norddeutschen Standorte der Chemie- und Kunststoffindustrie, insbesondere in den Ortsteilen aber auch ein attraktiver ländlicher Fremdenverkehrsstandort. Im Gegensatz zu den historischen Siedlungen im Umland was das Gebiet des heutigen Kernortes Bomlitz jahrhundertlang fast unbesiedelt, bis Ende des 17. Jahrhunderts am so genannten Bommelse-Tal eine Gewerbeansiedlung in Form einer Papiermühle erfolgte, die unter dem Namen „Bomlitz“ firmierte.

Im Jahr 1770 wurde deren Betrieb durch Hochwasser zerstört. Die erneute Zerstörung im Jahr 1774 bedeutete das vorläufige Ende. Bestrebungen für neue Konzessionen scheiterten, bis im Jahre 1815 die Neuerrichtung als Pulvermühle genehmigt wurde. Sie wurde nach ihrer Fertigstellung 1824 vom ihrem Walsroder Mitinhaber August Wolff übernommen. Der Bedarf an weiteren Stauanlagen für Mühlen zur Schwarzpulverherstellung führte zum Zukauf von Land entlang der Bomlitz, wodurch das um 1850 bereits rund 330 Hektar umfassende Gut Bomlitz entstand. Die Firma expandierte, inzwischen unter dem Namen Wolff & Co., stetig, entwickelte weltweite Handelsbeziehungen, kaufte die konkurrierende Fallingbosteler Pulvermühle auf und wurde ab 1877 zunächst mit der Produktion von Schießbaumwolle bekannt, nach und nach jedoch ein Großunternehmen der chemischen Industrie mit breiter Produktpalette. Die Entwicklung des Kernortes Bomlitz war insbesondere im 19. Jahrhundert mit der Werksgeschichte nahezu identisch. Die weiterhin bedeutende Pulverproduktion führte im Ersten Weltkrieg zu einer starken Expansion der Werksanlagen. Anfang der zwanziger Jahre entstand das Bomlitzer Ortszentrum mit diversen auch heute noch architektonisch markanten Gebäuden.

Von weiterer einschneidender Bedeutung für die Entwicklung des heutigen Gemeindegebietes war Mitte der 1930er Jahre die Errichtung eines Werkes mit umfangreichem Schienen- und Straßennetz für die Herstellung von Nitrocellulose und Nitroglyzerinpulver durch die Eibia GmbH, eine Tochterfirma von Wolff & Co. Nach dem Krieg erfolgte eine Umstellung der Wolff Walsrode AG auf weitgehend rein zivile Produktion, die über einen langen Abschnitt als Konzernbestandteil der Bayer AG (bis Anfang der 2000er Jahre) heute im Industriepark Walsrode (Eigentümer: DOW) ihre Fortsetzung in vier großen und diversen kleineren, unabhängig voneinander agierenden Unternehmen findet. Schwerpunkte sind die Cellulosechemie sowie die Kunststoff- und Verpackungsindustrie. Namhafte Produzenten sind dabei die Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH, die Wipak Walsrode sowie die Firmen Waslroder Casings und Epurex Films.

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